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Bis vor etwa vierzig Jahren war das amazonische Regenwaldgebiet nur sehr dünn besiedelt, es gab nur wenige Straßen und im wesentlichen bestand eine geschlossene Waldvegetation. Bis vor kurzer Zeit wurde Amazonien daher als leerer Siedlungsraum angesehen, der erschlossen werden muss. Nach dem falschen Motto „Ein Land ohne Menschen für Menschen ohne Land“ wurden Kolonisierungsprojekte entworfen, um Amazonien zu besiedeln.

Das Amazonasgebiet wurde als „Ventil“ für soziale und ökologische Probleme im Anden Raum (z.B. in Peru, Ecuador und Bolivien) oder im Süden Brasiliens angesehen. Bei der Erschließung Amazoniens ging es vor allem um Gesichtspunkte wie die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen (Holz, Gold, Erdöl, Erze, etc.) und die Sicherung der abgelegenen Landesgrenzen durch die Siedler. Aber fast alle staatlichen Besiedlungsprogramme scheiterten. Nicht berücksichtigt wurden die Lebensbedingungen für die Menschen, ökologische Fragen wie angepasste Landbaupraktiken oder wie Bodenfruchtbarkeit. Die bereits im Amazonasgebiet lebende indigene Bevölkerung wurde dabei fast immer übersehen sowie ihre Rechte ignoriert. Gleichzeitig bestehen nach wie vor große Unterschiede in der Verteilung des Landes. Es gibt die Latifundien (Großgrundbesitz), die einst „verdienten“ Eroberern zugeteilt wurden und heute oft an skrupellose Politiker verteilt werden. Für die neu angesiedelten Kleinbauern bleiben nur kleine Parzellen die eine nachhaltige Subsistenzwirtschaft oder gar eine ökologisch angepasste Landwirtschaft oft kaum zulassen.

Während traditionell die Flüsse die Transportadern des Amazonasgebiets bilden, findet die Erschließung heute meist durch den Straßenbau statt. Die Erschließungen begannen häufig mit dem Bau von primitiven Straßen. Sie dienten zum Abtransport der Edelhölzer und brachten aber auch neue Siedler mit. Heute ist das Amazonasgebiet von Straßen wie der berühmten „Transamazonica“ durchzogen; bevölkerungsreiche Städte, riesige Industriegebiete und mehrere Staudämme sind entstanden. Große Teile des Regenwaldes wurden in Viehfarmen oder Ackerland umgewandelt; meist mit wenig Erfolg. Nach wenigen Jahren sind die Böden degradiert und Ödland bleibt zurück. Der Lebens- und Siedlungsraum der traditionell von Waldprodukten lebenden indigenen Bevölkerung wurde stark eingeengt. Viele indigene Gemeinschaften wurden dezimiert und vertrieben.

Amazonischer Regenwald
Amazonischer Regenwald am Rio Uatumá

Autoren: Sebastian Brüggerhoff, Mona Dluziak, Steffen Stachelhaus
Letztes Update war am 20.11.2005 | 129210 Abrufe